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Die wilden Pferde
Fünfhundert Jahre, von 1226 bis 1702, war Krefeld ein Anhängsel der Grafschaft Moers. Die Stadt und das umgebende Land faßte man in früherer Zeit unter der Bezeichnung "Herrlichkeit Crefeld" zusammen. Im Westen gab es eine überschaubare Grenze, die durch eine Landwehr befestigt war. Im Osten ging die Herrlichkeit in die Sümpfe des Kliedbruch über. Hier wußte niemand genau, wo die Grenze lief.
Der Name Kliedbruch erscheint
schon im hohen Mittelalter in den Urkunden; er gehört damit zu den
allerältesten Ortsnamen im Krefelder Ländchen. Die erste
Beschreibung des KIiedbruchs lieferte Hermann Keussen, der wohl
älteste Krefelder Geschichtsschreiber im Jahre 1865:
Die früheste Erwähnung des Kliedbruchs findet sich in einem Vertrag, den die Grafen von Moers mit dem Stift Meer am 27.Februar 1288 abschlossen und dessen Niederschrift im Düsseldorfer Staatsarchiv aufbewahrt wird.
In diesem Vertrag einigten sich der Graf Theoderich von Moers und die Meerer Priorissa, im Kliedbruche bei Crefeld ihre wilden Pferde zu gemeinsamer Zucht auf zehn Jahre sich miteinander mischen zu lassen. Dabei bestimmten sie, daß jedem der beiden Kontrahenten gestattet sein solle, ein oder zwei Pferde je nach Bedürfnis einfangen zu lassen; der Preis dafür müsse von drei von beiden Seiten bestellten Sachverständigen bestimmt und dem anderen Teil als Entschädigung entrichtet werden.
Text: Ernst Köppen Redaktion: Helmut Peters |