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Das Bemühen um den Kunden spielt
eine ganz wesentliche Rolle für
den Verkaufserfolg in allen
Branchen. Auch die
Immobilienbranche muß deshalb
umdenken und mit Ideen mehr um
den Kunden werben.
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Für Kauferlebnisse sorgen
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Eine Besonderheit der
Immobilienbranche ist, dass die
endgültige Ausgestaltung eines
Objektes oft erst unter
Abnehmereinfluß erfolgt. D h. es
ist keine standardisierte
Leistungserstellung möglich,
stattdessen ist vielmehr
weitgehende Einzelanfertigung
angesagt. Doch dies bedeutet
nicht nur erhöhten
Verkaufsaufwand, sondern vor
allem auch die Chance auf
Erfolgserlebnisse auf beiden
Seiten der Partnerschaft. Denn
der Austausch standardisierter
Angebots- und Nachfragepakete
gibt nur ausnahmsweise Anlaß zur
besonderen Interaktion zwischen
Anbieter und Nachfrager.
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Ganz anders bei Immobilien. Hier
hat der Anbieter die Chance,
ausdrücklich und erlebbar den
Wünschen seiner Kunden zu
entsprechen. Anbieter und
Nachfrager werden so zu einem
Team, das sich um nicht weniger
als den zukünftigen Lebensraum
(oder auch die Einnahmequelle)
des Kunden kümmert. Dies bietet
ganz andere Ansatzpunkte zum
Kauferlebnis. Gerade dieses
Kauferlebnis hat heute in allen
Bereichen der Wirtschaft eine
sehr hohe Bedeutung, sofern es
sich um sog. High
involvement-Produkte handelt,
was bei Immobilien zweifelsfrei
der Fall ist.
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Die Entscheidung fällt im Kopf
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Man muß sich dazu vorstellen,
dass Käufer ein gespaltenes
Kaufprogramm in ihrem Kopf
haben, man spricht hier von
hybriden Verbrauchern. Denn
Käufer unterscheiden einerseits
in den Bereich der
undramatischen, alltäglichen
Angebote, die sie unspektakulär
primar unter
Preisgesichtspunkten kaufen.
Hier steht also der
Versorgungsaspekt im
Vordergrund. Genau dieselben
Personen handeln jedoch ganz
anders, eben gespalten oder
hybrid, wenn es um sog. High
involvement-Produkte geht. Dies
sind solche, die entweder dem
Hobbybereich angehören oder eine
große finanzielle oder soziale
Wirkung haben. Diese werden
primär unter
Erlebnisgesichtspunkten gekauft.
Vorausgesetzt, der Verkäufer
läßt den Kauf zum Erlebnis
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werden.
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Service sichtbar darstellen
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Dazu gehört eine ausgeprägte
Serviceorientierung, vor allem
aber auch der Gedanke, diesen
Service sichtbar zu machen. Denn
Services leiden allgemein
darunter, dass sie nicht
anfaßbar sind. Andere
Dienstleistungsanbieter müssen
mit dem gleichen Handicap leben
und haben zwischenzeitlich
Vehikel geschaffen, ihren
Service anfaßbar zu machen. Zu
denken ist z.B. an die
Kreditkartenorganisationen, die
ihren Service in einer
Creditcard verkörpern.
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An solchen vergleichbaren
Vehikeln fehlt es in der
Immobilienbranche völlig. Zumal
neben der rein rechtlichen
Anspruchswirkung durch diese
Symbole noch zweierlei erreicht
wird. Das Angebot wird
gegenwärtig und aktualisiert
sich immer dann, wenn man mit
dem Vehikel, also z.B. der
Karte, in Berührung kommt. Das
Vehikel manifestiert eine
Sicherheit über die Existenz und
die Leistungsbereitschaft des
Anbieters. Diese psychologischen
Wirkungen sind wohl als weitaus
wichtiger einzustufen als die
rein juristischen Konsequenzen.
Außerdem bestehen eher seltene
Marktpartnerbeziehungen, d.h. es
gibt keinen kontinuierlichen
Austausch zwischen Anbieter und
Nachfrager, wie das bei anderen
Geschäftsbeziehungen oft der
Fall ist. Eine solche enge
Beziehung hilft aber beim Aufbau
von Kundenbindung. Man denke nur
an die alltägliche Beziehung zum
Tankwart oder zum Bäcker, die
man seit Jahren kennt und eben
regelmäßig kontaktiert. Da ist
die Versuchung des Wechsels des
Anbieters eher gering, denn der
Mensch ist ein Gewohnheitstier
und bleibt als erfolgreich
erlebtem Verhalten treu.
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Kontakte pflegen
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Die Immobilienbranche hat nun
mit einem weiteren Handicap zu
kämpfen, dem durch adäquate
Maßnahmen begegnet werden muß.
Denn die Beziehungen sind hier
gemeinhin von langen Pausen
zwischen Geschäftsabschlüssen
gekennzeichnet. Die Zeiten, wo
man von einer einmaligen
Beziehung ausgehen mußte, sind
freilich angesichts steigender
Mobilität und Erbengeneration
längst dahin. Seltene
Beziehungen bedeuten aber, dass
nur eine geringe Bindung
zwischen Anbieter und Nachfrager
aufgebaut wird. Dies wiederum
bedeutet, dass die Anfälligkeit
seitens des Nachfragers zum
Wechsel des Anbieters
unverhältnismäßig groß ist. Denn
wenn keine ausgeprägten
Bindungen bestehen, fällt es
leicht, den Geschäftspartner zu
wechseln. Für den bestehenden
Geschäftskontakt bedeutet dies,
dass sich der Anbieter Mittel
und Wege einfallen lassen muß,
die an sich nur lose Beziehung
zu seinen Kunden zu kontinuieren.
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Doch zunächst zum bestehenden
Geschäftskontakt. Auch die
Automobilhersteller sehen sich
mit dem Problem konfrontiert,
dass die Beziehungen zwischen
ihnen und ihren Kunden eher von
langen Phasen der Inaktivität
gekennzeichnet sind, die diese
anfällig für die Abwanderung zu
Wettbewerbsmarken machen. Daher
ist es ein Ziel der
Autohersteller, die
Kontaktbrücke zu ihren Kunden
während dieser Phasen der
Inaktivität keinesfalls
abbrechen zu lassen, sondern
aufrechtzuerhalten. Dies
geschieht in der Branche durch
institutionalisierte
Kundenkontaktprogramme,
sogenannte KKP's. Wenn Sie ein
neues Autos gekauft haben, ist
es sehr wahrscheinlich, dass Sie
gleich mehrfach Kontakt zum
Anbieter, hier immer verkörpert
durch den verkaufenden Händler,
haben.
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Das beginnt mit einem Schreiben
unmittelbar nach dem Kauf, in
dem Ihnen der Händler nochmals
ausdrücklich zum Kauf Ihres
tollen Fahrzeugs gratuliert.
Dies mag zunächst verwunderlich
scheinen, ist jedoch sehr
berechtigt. Denn es gibt das
Phänomen der Nachkaufreue. Sie
alle kennen es bestimmt. Gerade
haben Sie den Kaufpreis für das
tolle neue Fahrzeug an der Kasse
entrichtet und fahren vom
Händlerhof, da kommt Ihnen mit
einiger Sicherheit ein Fahrzeug
entgegen, das eigentlich noch
viel toller ist als das Ihrige.
Vielleicht sogar eines, das Sie
ernsthaft in die engere Wahl
gezogen und dann letztlich doch
verworfen haben. Aber nun ist es
zu spät. Eine typische Situation
für kognitive Dissonanzen. Nun
wohnt dem Menschen aber, man mag
es kaum glauben, die Tendenz zur
Harmonie seiner Gefühle, man
sagt zur Konsonanz, inne.
Insofern führt die Dissonanz zu
einem erlebten Ungleichgewicht,
das als störend erfaßt wird und
ausgeglichen werden soll.
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Nun bedarf es jedoch konkreter
Hilfsmittel zur
Wiederherstellung der Konsonanz.
Dazu gehören, neben anderen,
auch positive Informationen über
die Richtigkeit der getroffenen
Wahl. Insofern werden
bestätigende Nachrichten bewußt
gesucht und vornehmlich
wahrgenommen. Das führt dazu,
dass Autokäufer gerade nach dem
Kauf die Anzeigen ihrer Marke
lesen, weil eben dort genau die
Argumente genannt sind, die den
getätigten Kauf stützen. Da ist
es nur willkommen, wenn in dem
schon genannten Anschreiben von
einer Gratulation zum Kauf die
Rede ist, denn dann kann die
Wahl ganz so verkehrt nicht
gewesen sein. dass es sich dabei
letztlich um einen frommen
Selbstbetrug handelt, nehmen wir
in diesem Zusammenhang nicht
weiter zur Kenntnis.
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Autoverkäufer werden übrigens
angehalten, sich einige Tage
nach dem Kaufakt telefonisch
beim Kunden zu melden und
bestätigende Äußerungen zum
Fahrzeug zu tätigen. Rufen Sie
in diesem Zusammenhang oder Ihre
Mitarbeiter wirklich Ihre Kunden
einige Tage nach der Beurkundung
oder gar dem Einzug an und
wirken bestätigend auf diese
ein?
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Ständige Präsenz zahlt sich aus
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Von den Automobilherstellern
können wir weiter lernen, dass
man es dabei keinesfalls
bewenden lassen darf. Vielmehr
sind weitere Kontakte
erforderlich, um im Gedächtnis
des Kunden präsent zu bleiben.
Dazu lohnt sich im Vorgriff ein
Blick in den "Kopf" des Kunden.
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Das Gedächtnis unterliebt zwei
bedauerlichen Effekten. Zum
einen gehen ihm Informationen im
Zeitablauf verloren, wenn sie
nicht regelmäßig aktualisiert
werden. Man spricht von einem
autonomen Verfall in
Abhängigkeit von der Zeit
zwischen der letzten Wahrnehmung
und dem ersten Abruf der
Information. Je länger diese
Frist ist, desto
wahrscheinlicher ist ein
Vergessen. Daneben gibt es noch
einen zweiten Effekt, den
Interferenzeffekt. Dieser geht
davon aus, dass stärkere
Eindrücke schwächere überlagern
und in das Unterbewußtsein
verdrängen. Das bedeutet, dass
die Informationen zwar als
solche noch vorhanden sind, aber
die Speicheradresse für ihren
Zugriff fehlt. Das aktive
Gedächtnis ist zudem auch noch
eng begrenzt.
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Genauso ist das mit den
Immobilienanbietern. Jeder
Interessent hat nur eine sehr
begrenzte Auswahl von ihnen
aktiv im Gedächtnis präsent.
Aktualisieren diese Anbieter
ihre Botschaft nicht regelmäßig
oder werden sie von anderen mit
deren Botschaften übertrumpft,
gehen sie in der Tiefe des
Raumes des Gedächtnisses
verloren. Vor diesem Hintergrund
macht es nicht nur Sinn, sondern
ist es sogar ausgesprochen
unerläßlich, sich als Anbieter
in regelmäßigen Abständen im
Gedächtnis zu aktualisieren.
Daher die regelmäßigen
Aussendungen der
Automobilhersteller, daher die
Straßenkarte vor der Urlaubszeit
oder der Eisschaber vor dem
Winter. Alles nur nette
Kleinigkeiten, auf die es nun
wirklich nicht ankommt, und
deren materieller oder
Gebrauchswert durchaus
zweifelhaft ist. Doch jedesmal
wird eine kleine
Informationseinheit abgesetzt,
die den Anbieter aktualisiert
und verhindert, dass er im
Zeitablauf im Gedächtnis
vergessen oder überdeckt wird.
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Chancen wahrnehmen
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Die Hypothese ist nun, dass
derjenige Anbieter bei der
Reaktivierung des Bedarfs die
größte Chance hat, zum Zuge zu
kommen, der im sogenannten
Relevant set am profiliertesten
und aktuellsten ist. Damit
steigt für den
Automobilhersteller auch die
Chance, dass seine Marke eher
wiedergekauft wird als die eines
Wettbewerbers. Zumal man an
bestehenden Kunden näher dran
ist, als an jedem anderen
potentiellen Kunden wo auch
immer. Solche Reminder steigern
die Zufriedenheit und machen
unanfällig für Wechselgedanken.
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Statt Funkstille volles Programm
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Ebenso ist das in der
Immobilienbranche. Gemeinhin
herrscht weitgehende Funkstille
seitens des Anbieters nach
Abschluß des Kaufvertrags und
Begleichung der Abrechnung. Man
sieht und hört buchstäblich
nichts mehr vom Anbieter, sodass
es naheliegt, sich bei einem
weiteren Immobilienbedarf
unbelastet von emotionalen
Bindungen neu wieder unter den
Anbietern am Markt umzusehen.
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Das ist eine vergebene Chance,
denn erfahrungsgemäß werden
erworbene Immobilien meist in
nicht allzu ferner Zukunft auch
wieder verkauft oder Anleger
haben wiederholt
Steuerreduktionsbedarf. Insofern
kann man also ein Objekt oder
einen Kunden leicht mehrfach
monetarisieren. Vorausgesetzt
freilich, man macht es dem
Kunden leicht, die
Geschäftsbeziehung wieder zu
aktivieren. Dies wiederum setzt
den Erhalt einer Kontaktbrücke
zwischen beiden voraus.
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Nun höre ich oft, dass
unaufgeforderte Kontakte als
aufdringlich empfunden werden.
Was mich daran stört ist
zweierlei. Einerseits der darin
liegende vorauseilende Gehorsam.
Denn wenn man schon davon
ausgeht, dass eine
Kontaktaufnahme stört, wird man
defensiv herangehen und die
Sache wird unglücklich laufen.
Richtig ist vielmehr dIe
Einstellung, dass man in der
Lage ist, dem Kunden einen
Vorteil zu verschaffen, z.B.
eine für ihn wertvolle
Information. Andererseits die
Phantasielosigkeit für die
Generierung von Kontaktanlässen.
Denn natürlich gibt es gerade
bei einem so komplexen Angebot
wie der Immobilie, die von
zahlreichen Außeneinflüssen
abhängig ist und einem ständigem
Wandel unterliegen, andauernd
Anlässe zur Kontaktaufnahme. Als
Eigentümer von Immobilien habe
ich z.B. von keinem meiner
Geschäftspartner, weder Makler
noch Banken, Versicherungen
etc., zum Jahresende 1994 einen
Hinweis auf die sich ändernden
steuerlichen Grundlagen
erhalten, verbunden etwa mit dem
Tip, sich für den Fall, dass man
sich mit der Anschaffung einer
Immobilie trägt, möglichst bis
Jahresende zu entschließen. Am
besten verbunden mit dem
konkreten Angebot eines
Beispielobjekts, das die
Situation vor und nach
Steueränderung aufzeigt.
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Solch eine Konstellation ist
immer wieder gegeben, so dass
man keinen Mangel an
Kontaktanlässen hat. Es kommt
nur darauf an, wie man die Sache
angeht. Eine konkrete
Entscheidungsunterstützung, eine
Informationshilfe, eine
Absicherung sind immer
willkommen. Im Handel ist das
etwa der Hinweis auf das
notwendige Zubehör, in der
Immobilienwirtschaft der Hinweis
auf die prognostizierte
Zinsentwicklung.
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Die andere Seite der Medaille
mangelnder Kundenbindung ist
natürlich, dass aktive Anbieter
sich diese Tatsache zunutze
machen können, um ihrerseits
Kunden zu akquirieren. Denn wenn
die Loyalität nur gering
ausgeprägt ist, fallt es leicht,
neue Beziehungen einzugehen.
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Kompetenz vermitteln
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Kompetenz ist unerläßliche
Voraussetzung für jeden
Anbieter. Gerade hier hapert es
in der Immobilienbranche immer
noch erheblich. Mangels Schutz
der Berufsbezeichnungen und
geeigneter
Marktzutrittskontrollen ist der
Wildwuchs beträchtlich. Darunter
leiden auch die vielen
hochkompetenten Anbieter. Ist
jedoch erst einmal die
Kompetenzdimension angegriffen,
folgt ganz schnell eine
erhebliche Respekteinbuße. Denn
vor jemanden, der erkennbar
nicht kompetent ist, braucht man
auch keinen weiteren Respekt zu
haben. Mit dem Respekt schwindet
auch die Akzeptanz. Denn ohne
Achtung ist die
Daseinberechtigung des Anbieters
durchaus fraglich. Und mit
diesen Zweifeln schließlich
schwindet auch zusehends das
Vertrauen, bei diesem gut und
sicher aufgehoben zu sein.
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Mehr Schulung ist notwendig
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Inhalt der Kompetenz sind die
Dimensionen des Wissens (sich
auskennen) und des Könnens
(etwas anwenden). Diese
Eigenschaften eines Anbieters
können nur durch Schulung
(Wissenskomponente) und Training
(Könnenkomponente) verbessert
werden. Bei Dienstleistern
verkörpern aber die Mitarbeiter
die betriebliche Leistung. Also
bedeutet dies wiederum, die
Mitarbeiter müssen geschult und
trainiert werden.
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Hier ist in der Vergangenheit in
großem Maße gesündigt worden,
weil die Philosophie des
Hardselling vermittelt wurde.
D.h. es wurde als Ziel des
Verkaufsmitarbeiters angesehen,
Verkaufsdruck aufzubauen und auf
die Interessenten einwirken zu
lassen. Dies sollte zu einem
schnelleren und abschlußsicheren
Verkauf führen. Dabei wird
jedoch das Interesse des
Verkäufers ganz unberechtigt in
den Vordergrund gestellt.
Marketingmäßig gedacht ist es
aber genau umgekehrt richtig,
das Interesse des Käufers in den
Mittelpunkt zu stellen.
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Das mündet darin, Kaufsog bei
diesem entstehen zu lassen. Die
Initiative zum Handeln soll also
von den Interessenten selbst
ausgehen. Diese müssen 'heiß"
darauf sein, den offerierten
Vorteil nutzen zu wollen. Das
führt viel besser zum Abschluß.
D.h. es kommt auf Softselling
an. Dies erfordert in vielen
Fällen eine Verhaltensumstellung
bei den Verkaufsmitarbeitern.
Und kaum etwas ist so schwierig
herbeizuführen, wie eine
Umstellung eingeübten
Verhaltens. Der Verkäufer wird
auf diese Weise idealerweise vom
Vertragsgegner zum Coach, der
mit dem Kunden gemeinsam den
langen und schwierigen Weg zum
Erwerb eines Objekts zurücklegt.
Das gilt im übrigen auch für
reine Kapitalanleger. Obgleich
deren Entscheidungsprozeß ganz
anders verläuft als der von
Eigennutzern, haben auch diese
Coachingbedarf. Schließlich sind
sie in der Vergangenheit
vielleicht auf ein schlechtes
Angebot hereingefallen oder
haben zumindest im Freundes- und
Bekanntenkreis zur Genüge von
dieser Gefahr gehört.
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Fingerspitzengefühl zeigen
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Vergegenwärtigen wir uns doch
einmal die Ausgangsituation.
Interessenten haben in der Regel
schon einen oft erheblichen
inneren Kampf ausgetragen, bevor
sie Kontakt zu einem
Immobilienanbieter aufnehmen.
D.h. sie kommen nicht
leichtfertig, einem fast
spontanen Entschluß folgend, um
sich mal eben über den Kauf zu
informieren, sondern ihr
Entschluß ist vor dem
Hintergrund manch inneren und
äußeren Widerstands zu sehen und
gründlich gereift.
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Jetzt darf es nicht mehr zur
Verunsicherung des prospektiven
Käufers durch falsche oder
leichtfertige Signale kommen.
Das Handling potentieller Käufer
erfordert daher
Fingerspitzengefühl und
Rücksichtnahme. Vermeintlich
herrscht indes leichtes Spiel.
Denn das Verkaufsgespräch findet
meist in der Umgebung des
Verkäufers, in seinem Büro oder
in der von ihm vertretenen
Immobilie selbst, statt. Daraus
resultieren für ihn Sicherheit
und Selbstbewußtsein.
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Dann handelt es sich beim
Vertragsabschluß um das tägliche
Geschäft seines Berufs, d.h. er
hat eine hohe Routine, oft
gesteigert bis hin zur
Lieblosigkeit im Detail, bei
Vertragsangebot und Abwicklung,
während dies für den Käufer in
jedem Einzelfall eine sehr
weitreichende, persönliche
Entscheidung vor oft
verwirrendem Hintergrund ist.
Der Verkäufer hat einen
Informationsvorsprung, wenn
schon nicht generell, so doch
zumindest in jedem Einzelfall.
Wenn es nun an erkennbarer
Kompetenz mangelt, setzt sich
eine negative Spirale in Gang.
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Der Verkäufer bewegt beim Kunden
mangels Wissen und Können nichts
mehr, weder emotional noch
faktisch. Der Respekt verfällt.
Es werden Zweifel in die
Verantwortlichkeit seines Reden
und Handelns laut. Die Akzeptanz
sinkt unaufhörlich. Damit ist
dann auch das Vertrauen dahin.
Da diese Spirale in der "Black
box" des Käuferbewußtseins
abläuft, ist sie von außen nicht
beobachtbar und allenfalls bei
besonderer Schulung anhand
gestischer und mimischer
Indikatoren ablesbar. Im
Ergebnis steht dann die
Kaufverweigerung, und der
Verkäufer ist völlig
konsterniert, weil er sich nicht
erklären kann, wieso es zu
diesem Ergebnis kommen kann,
obgleich er doch alles wie immer
gemacht hat. Nur das ist eben zu
wenig angesichts verschärfter
Wettbewerbsbedingungen.
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Rundum-Service bringt mehr
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Es handelt sich auch um eine
vielschichtige Kaufaufgabe die
nach kombinierten Services
verlangt. Dazu gehören etwa die
Finanzierungsbesorgung, die
Versicherungsvermittlung, die
Beurkundungsvorbereitung etc.
Diese Vorgehensweise ist in der
Immobilienbranche zumindest
hinlänglich gegeben. Allerdings
ist hier durchaus noch eine
Intensivierung vorstellbar. Im
Marketing ist eine solche
Ausrichtung unter dem Begriff
Systems selling gerade bei
langlebigen, hochwertigen
Produkten, vor allem in der
Investitionsgüterindustrie, weit
verbreitet. Denn es reicht schon
lange nicht mehr aus, nur das
Produkt, in unserem Fall das
Immobilienobjekt, anzudienen,
sondern gefragt sind
ganzheitliche Problemlösungen.
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Und das Problem von Kunden ist
weniger, die Verfügung über vier
Wände zu erlangen, als vielmehr,
den komplexen
Immobilien-Transfervorgang
möglichst bequem und sicher zu
vollziehen. Daher ist es ganz
wichtig zu begreifen, dass das
Produkt, das in der
Immobilienwirtschaft gehandelt
wird, nicht das Immobilienobjekt
allein ist. Dies ist vielmehr
nur die nackte Ware. Ein Produkt
wird daraus erst, wenn diese
Ware mit begleitenden
Dienstleistungen veredelt wird.
Diese Dienstleistungen können
verschiedener Art sein.
Zumindest kann es sich einmal um
technische oder kaufmännische
Dienste handeln. Typische
technische Dienste umfassen etwa
die Endausstattung des Objekts
gemäß Kundenwunsch, typische
kaufmännische Dienste umfassen
etwa die Rentabilitätsberechnung
nach Steuern. Erst das Objekt
selbst, plus dieser verbundenen
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Dienste macht aus der Ware ein
marktfähiges Produkt.
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Die Dienste können aber auch
nach dem Zeitpunkt ihres
Vollzugs betrachtet werden. So
gibt es Vorkauf-Services und
Nachkauf-Services. Ein typischer
Vorkauf-Service ist etwa die
Besichtigungsfahrt zu einem
Objekt, ein typischer
Nachkauf-Service ist etwa die
Ratgebung bei Nachfragen. Auch
diese sind unerläßlich für ein
marktfähiges Produkt. Eine
weitere Unterscheidung betrifft
die Verbindlichkeit von
Diensten. Hier kann nach Muß-,
Soll- und Kann-Diensten
unterschieden werden. An den
Mußdiensten kommt man nicht
vorbei, sie sind
Pflichtbestandteil der
Transaktion. Folglich sind diese
aber auch keine Dienste im
eigentlichen Sinne mehr, denn
wenn sie Pflicht sind,
differenzieren sie in keiner
Weise positiv. D.h. das, was
viele in der Branche bereits als
Service betrachten, wirkt
tatsächlich garnicht als
solcher, weil der
akquisitorische Bezug fehlt.
Dazu sind auch die Solldienste
nur begrenzt in der Lage.
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Kontinuierliches Diensteangebot
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Es muß ein Umdenken in die
Richtung erfolgen, Kundendienste
nicht mehr nur als
Kostenposition zu sehen, die der
ersten Rationalisierungswelle
bis auf das unverzichtbare Maß
zum Opfer fallen, sondern die
damit verbundenen Chancen zu
nutzen, die die entstehenden
Kosten durch Marktvorteile
überkompensieren. Dabei braucht
man sich nicht einmal auf das
vage und abstrakte Versprechen
eines Wettbewerbsvorsprungs
einzulassen. Es geht auch viel
konkreter. Allerdings bedarf es
dazu etwas Phantasie.
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Service mit Ideen
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Als Beispiel möchte ich einen
Service aus einem verwandten
Dienstleistungsbereich, dem
Handel, anführen. Vielleicht ist
es Ihnen auch schon einmal so
gegangen, dass Sie sich mit
Ihrer Familie zu einem
Einkaufsbummel aufgemacht haben,
um neue Anschaffungen ins Auge
zu fassen. Oftmals stören dabei
allerdings die Kinder, vor allem
wenn sie kleiner sind, die
Konzentration auf den
Einkaufsvorgang. An ungestörtes
Vergleichen und Auswählen von
Angeboten ist da kaum mehr zu
denken. Nun kann man sich als
Händler auf den Standpunkt
stellen, dass das schließlich
immer schon so war und vor allem
eine Sache der strikten
Erziehung ist. Unter
Marketingaspekten ist das aber
äußerst unklug.
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IKEA zeigt da zum Beispiel einen
richtigen Weg. Mit einem
typischen Kann-Service. Hinter
dem Eingang ist nämlich ein
Kinderspielraum in Sichtweite
der Rezeption, in den man seine
Kleinen abgeben kann. So werden
zwei Fliegen mit einer Klappe
geschlagen. Die Eltern können
ungestört einkaufen und die
Kinder langweilen sich nicht im
Geschäft bei für sie
uninteressanten und oft genug
unverständlichen
Einkaufsvorgängen. Noch einen
Schritt weiter geht das
Stuttgarter Kaufhaus Breuninger.
Dort wird nämlich der
Kinderspielraum durch eine
Kindergärtnerin betreut. Nun
kennen Sie vielleicht das
Gefühl, dass man seine Kleinen
dennoch zur Sicherheit nicht
allzu lange allein lassen
möchte, die Folge ist gemessene
Eile beim Einkauf. Der Handel
kann solche "Rennkunden"
überhaupt nicht brauchen, denn
er lebt von der Präsentation
seiner Waren gegenüber
Ladenbesuchern, und die ist nun
einmal umso intensiver, je mehr
Zeit dieser Besucher im Laden
verbringt. Daher hat Breuninger
sich noch etwas besonderes
ausgedacht. Die Eltern erhalten
einen "Piepser", mit dem sie
informiert werden können, falls
etwas Unvorhergesehenes
geschieht. Auf diese Weise hat
man das gute Gefühl der
Sicherheit und kann sich
wunschgemäß Zeit lassen beim
Einkauf.
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Es ist leicht vorstellbar, dass
die Erträge aus den dadurch
realisierten Mehrkäufen die
zusätzlichen Kosten der
Kinderbetreuung leicht
überkompensieren, ja dass viele
Kunden das Kaufhaus gerade wegen
dieses Services anderen
gegenüber bevorzugen. Abgesehen
davon, dass dies nur ein
Beispiel für viele denkbare
Services ist, kann es leicht auf
die Immobilienbranche übertragen
werden. Richten Sie etwa das
Kinderzimmer in Ihrem Musterhaus
spielgerecht ein. Sie werden
nicht nur einen begeisterten
Fürsprecher in der Familie
gewinnen, sondern vor allem Ruhe
und Konzentration, mit den
Eltern die für eine solch
weitreichende Entscheidung wie
die eines Immobilienkaufs
angemessene Sorgfalt zu
erreichen. Gemessen am Ertrag
einer gelungenen Transaktion
sind die Kosten für das
Spielzeug geradezu lächerlich.
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Thema Produktwahrnehmung
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Es kommt aber im Rahmen der
Kundendienste noch etwas hinzu.
Denn das Produkt, also die
Kombination aus Ware und
Service, ist immer noch nicht
das, was im Marketing
ausschlaggebend ist. Denn
Marketing befaßt sich ja
bekanntermaßen nicht mit
objektiven Wahrheiten, sondern
mit subjektiv verzerrten
Wahrheiten. Also ist auch nicht
das Produkt selbst für die
Marktwirkung ausschlaggebend,
sondern die Wahrnehmung dieses
Produkts. Dieses wahrgenommene
Produkt nennen wir Angebot, weil
es nur auf dieses am Markt
ankommt. Konkret bedeutet dies,
dass es nicht reicht, Services
zu bieten, sondern diese müssen
auch sichtbar gemacht werden.
Weiterhin ist wichtig, dass
letztlich auch nicht diese
Angebote gekauft werden, sondern
die Nutzen daraus. Das Angebot
ist nur die Verkörperung des
Nutzens, aber nicht der Nutzen
selbst. Auch dazu ein Beispiel.
Bei einer Ausschreibung eines
arabischen Landes über ein
Großkraftwerk kamen nicht die
billigeren japanischen Anbieter
zum Zuge, sondern der teuere
deutsche Anbieter. Das deutsche
Angebot war nutzenorientierter
aufgezogen. Es bestand aus
Systems selling. Während nämlich
die anderen Anbieter nur die
"Ware" Kraftwerk im Auge hatten,
machte sich der deutsche
Anbieter Gedanken auch über den
Betrieb dieses Kraftwerks und
die Interessen der Betreiber.
Dabei kam ein typischer After
sales-Service zum Zuge. Er
bestand im Angebot, die
Funktionen der Anlage
kontinuierlich seitens des
Anbieters zu kontrollieren und
im Störfall einen,
selbstverständlich gesondert
vergüteten, Reparaturservice
anzubieten. Zur Überbrückung der
Entfernung wurde ein
Satellitenkanal gemietet, der
die kritischen Daten am Standort
des Kraftwerks abnahm und auf
einen Leitstand am Standort des
Anbieters übertrug. Diese
Sichtbarmachung des
Servicegedankens war dem
Auftraggeber den Mehrpreis
allemal Wert, weil der Nutzen
daraus ein sehr überzeugender
war.
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Nun sind Immobilien in vielerlei
Hinsicht durchaus mit
Investitionsgütern vergleichbar.
Daher kann man sich auch hier
Gedanken darüber machen, wie man
die Wahrnehmung eines Produkts
nutzenrelevant verbessert. Dabei
kommt einem der absolut hohe
Preis zunutze, denn Mehrkosten
lassen sich leicht darin
verstecken, sofern man nicht
eine gesonderte Vergütung
vereinbart. Zusammenfassend
bleibt festzustellen, dass
Immobilienkauf, wie jeder andere
Kauf auch, trotz mancher
vermeintlicher Besonderheiten,
Emotionalkauf mit rationaler
Absicherung ist. Nur
vordergründig sind dabei
formalisierte
Entscheidungsprozesse gegeben.
Tatsächlich sind es oft
irrationale Motive, die den
Ausschlag für oder gegen einen
Kauf geben.
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Redaktion: Helmut Peters