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Wer heute Immobilien verkaufen
will, muß seine Zielsetzung
eindeutig definieren. Die
Spezialisierung auf ein
bestimmtes Marktsegment kann
dabei ein wesentlicher Teil der
Verkaufsstrategie sein.
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Die Marktsegmentierung
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Jede Profilierung in eine
Richtung schließt Profilierungen
in andere aus. So ist unter dem
Motto anspruchsvoller Technik
nur schwer ein Billigfahrzeug
vorstellbar und unter dem Motto
der Fahrfreude nur schwer ein
Kleinwagen. Letztlich sind
differenzierte Marktbearbeitung
und Eigenschaftszusage daher nur
zwei Seiten einer Medaille. Das
setzt aber voraus, dass man sich
davon verabschiedet, immer alles
anbieten zu wollen und
stattdessen zu einem pointierten
Angebot kommt, das freilich eine
Einengung des Marktpotentials
bedeutet.
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Nun kann man fragen, warum man
freiwillig eine solche Einengung
anstreben soll. Doch das ist
eine zwangsläufige Folge der
Markentechnik. Nur: ganz wenigen
Markenartiklern ist es in der
Vergangenheit gelungen, einen
omnipotenten Anspruch glaubhaft
am Markt durchzusetzen. Dazu
gehört etwa die Marke Nivea, die
einen umfassenden Pflegeanspruch
im Körperpflegebereich vertritt
und diesen Markt auf breiter
Front abdeckt. Doch diese
Position ist zustande gekommen
zu Zeiten, als die Märkte noch
weithin gering besetzt waren.
Insofern konnte ein Anbieter
noch breiteste Teile des Marktes
besetzen. Heutzutage ist dies
angesichts der dichten Besetzung
von Märkten nahezu unmöglich.
Und von den Anbietern, die
ehemals omnipotent auftraten,
ist es nur den wenigsten
gelungen, diese Position zu
erhalten. Die meisten haben ihre
Position verloren, so etwa Uhu
bei Klebstoffen oder Grundig in
der Unterhaltungselektronik.
Insofern sind solche Beispiele
breiter Marktabdeckung
illegitim, weil sie Resultat
einer historischen Entwicklung
sind, die heute so nicht mehr
nachvollziehbar ist.
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Nischen besetzen
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Heute haben wir es mehr mit
fragmentierten Märkten zu tun,
die in eine Reihe von Segmenten
und Nischen zerfallen, in denen
jeweils bestimmte Anbieter
profiliert und kompetent sind.
Nachfrager rechnen sich heute
nicht mehr bestimmten Märkten
zu, sondern orientieren sich an
den Segmenten verschiedener
Märkte und wählen unter deren
Angeboten aus. Da dabei je nach
Segmentzugehörigkeit erheblich
abweichende Anforderungen an
Angebote gestellt werden, fällt
es ausgesprochen schwer,
Omnipotenz unter Beweis zu
stellen. Vielmehr besteht die
Gefahr, letztlich für keine
Nachfragergruppe die beste Marke
zu sein, sondern für alle nur
eine mehr oder minder gelittene
Marke, die aber nicht zum Zuge
kommt. Aber schon, wer beim
Wahlentscheid die Nummer Zwei
ist, hat verloren.
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Platz 1 anstreben
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Wenn es nun augenscheinlich
entscheidend ist, die Nummer
Eins zu sein, und dies für den
Gesamtmarkt heute nicht mehr
darstellbar ist, so führt Platz
Nummer Zwei auf dem Gesamtmarkt
geradewegs in die Liquidation,
während die Begrenzung auf Teile
des Gesamtmarkts dazu führt, daß
man sich dort als Nummer Eins
durchsetzen kann und am Markt
existent bleibt. Das Ziel muss
also die Marktführerschaft sein.
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Das ist auch ganz einfach
nachvollziehbar. Jeder weiß, wer
als erster den Atlantik im
Flieger überquert hat, wer als
erster Mensch den Mond betreten
hat, etc.! Aber wer weiß schon,
wer als zweiter oder dritter den
Atlantik überquert hat und wer
der zweite oder dritte Mensch
auf dem Mond war? So
funktioniert eben unser Gehirn,
es merkt sich erst einmal die
Nummer Eins, wenn es nicht
wichtig ist, einen Tatbestand im
Detail zu kennen. Und für die
allermeisten Menschen ist der
Immobilienmarkt nicht so
wichtig, als daß es sich für sie
lohnen würde, sich im Detail mit
ihm auseinander zu setzen. Man
merkt sich die Nummer Eins, und
das reicht dann im Zweifel.
Insofern ist es wertvoller, in
einem eng begrenzten Markt die
Nummer Eins zu sein als in einem
möglichst breiten Markt unter
"ferner liefen" zu landen.
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Wer also versucht, Gesamtmärkte
abzudecken und nicht zugleich
wirklich dominant ist, wie zum
Beispiel IBM im Computerbereich
oder Microsoft bei der Software,
der tut besser daran, sich auf
einen Marktausschnitt, wir sagen
ein Marktsegment, zu beschränken
und dort die Nummer Eins zu
werden. Denn nur die merken sich
Nachfrager nachhaltig.
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Teilmarktabdeckung
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Modernes Marketing bedient sich
immer der Marktsegmentierung.
Darunter versteht man die
Aufteilung des Gesamtmarktes
nach in sich möglichst
gleichartigen Nachfragergruppen,
die gleichzeitig nach außen hin
möglichst verschiedenartig von
allen anderen sind. Man spricht
hier exakt von interner
Homogenität und externer
Heterogenität.
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Die Vorteile der
Marktsegmentierung liegen vor
allem in den folgenden Aspekten.
Es kommt zu einer hohen
Entsprechung von differenzierten
Käuferwünschen und individuellem
Angebot, damit also auch zu
einer höheren
Abschlußwahrscheinlichkeit.
Diese Anforderung mag banal
klingen, sie ist jedoch bei
näherer Betrachtung von
zentraler Bedeutung für das
Marketing schlechthin.
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Beispiel BMW
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Als erster hat sich damit der
Mannheimer Marktpsychologe Bernt
Spiegel im Rahmen seiner
Feldtheorie beschäftigt und in
der Praxis profiliert. Dazu eine
kleine Anekdote. Ein
spektakuläres Beispiel für die
unmittelbare Umsetzbarkeit
dieser Theorie ist nämlich die
Marke BMW. BMW stand Ende der
50er Jahre vor dem Ruin und auf
einer turbulenten
Hauptversammlung bot der Daimler
Benz-Konzern die Übernahme an.
Neben den Aktionären war auch
der Verkaufsvorstand Hahnemann
damit gar nicht einverstanden
und beauftragte Spiegel zur
Anwendung seiner Feldtheorie auf
die Marke BMW. Dieser
analysierte zunächst,
vereinfacht gesagt, welche
Entscheidungsdimensionen für den
Kauf eines Automobils
ausschlaggebend sind, das waren
damals Fahrzeuggröße und
Motorstärke. Dann positionierte
Spiegel alle relevanten Marken
und deren Modelle in seinem
"Feld" (tatsächlich ein
Koordinatensystem mit zwei
Achsen) hinsichtlich
Fahrzeuggröße und Motorstärke
und stellte dabei überrascht
fest, daß das damalige
Marktangebot entweder aus
Fahrzeugen bestand, die groß und
PS-stark waren oder klein und
PS-schwach.
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Verständlicherweise gab es keine
Angebote von großen und
gleichzeitig PS-schwachen
Fahrzeugen, weil das wenig Sinn
gemacht hätte, doch
erstaunlicherweise gab es auch
keine Angebote von kleinen,
PS-starken Fahrzeugen, was
durchaus Sinn gemacht hätte.
Also empfahl Spiegel, genau
diesen Teilmarkt zu erschließen,
in den BMW die Vorläufer der
heutigen 3er Reihe, die Typen
1602, 1802, 2002, 2002 ti etc.,
positionierte. Das rettete BMW
das Überleben und im letzten
Jahr hat BMW zum ersten Mal mehr
Pkw verkauft als Mercedes.
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Das richtige Angebot machen
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Nicht der also hat die besten
Karten, der aufs Geratewohl mal
dies und mal jenes ausprobiert,
denn den Marktteilnehmern fehlt
die Geduld, das zu ertragen,
sondern derjenige, der einen auf
gesicherten Erkenntnissen
aufbauenden Plan hat, in diesem
Fall also nicht irgendwelche
Autos baut, sondern die
feldtheoretisch genau richtigen
für eine Lücke. Oder übertragen
auf die Immobilienbranche, nicht
wer irgendwelche Objektangebote
macht, hat die meisten Chancen,
sondern wer genau die richtigen
macht. Das setzt allerdings ein
Verständnis der
Nachfragewirkungen voraus. Und
gerade dazu trägt die
Feldtheorie erheblich bei.
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Entscheidend für die Wahrnehmung
eines Angebots, sowohl als
sinnliche Wahrnehmung als auch
zur käuflichen Umsetzung, ist
die empfundene Distanz zwischen
einem Angebot und seinen
potentiellen Nachfragern. Und
zwar derart, daß die
Wahrnehmungschance umso größer
ist, je geringer der Abstand
zwischen beiden ist. Der Abstand
ist aber wiederum umso geringer,
je mehr das Angebot mit den
Wünschen der Nachfrager
übereinstimmt. Da die
Käuferwünsche jedoch, wie
gesehen, differenziert sind,
wird dem auch nur ein
differenziertes Angebot gerecht.
Das entsteht aber nur bei der
Marktsegmentierung. Insofern ist
Marktsegmentierung geradezu eine
Erfolgsvoraussetzung.
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Angebote gestalten
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Was kann man aber tun, um die
Distanz zwischen Angebot und
Nachfrager möglichst gering zu
halten? Dazu gibt es zwei
Möglichkeiten. Die erste ist,
das Angebot so zu gestalten, daß
es möglichst nahe an das
Wunschprofil der Nachfrager
herankommt. Was voraussetzt, daß
man dieses durch geeignete
Marktforschungsaktivitäten
ermittelt hat. Dazu bedarf es
der attraktiveren Darstellung
des Angebots als bei der
Konkurrenz, entweder durch
Betonung der gattungstypischen
Leistungen oder der spezifischen
Leistungen. Bei den
gattungstypischen Leistungen
handelt es sich um die
altbekannte Leier vom "Dach über
dem Kopf", "kein Arger mehr mit
Vermietern", "der Familie ein
Heim bieten" und wie die Slogans
alle heißen.
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Diese sind zwar geeignet, die
Distanz im Feld zu verringern,
das Problem besteht jedoch
darin, daß damit die Distanz
aller Anbieter, die diese
Versprechen abgeben, zu
Nachfragern verringert wird. Das
wiederum schafft aber keinen
individuellen
Konkurrenzvorsprung, so daß
solche Aussagen immer für den
Wettbewerb mitwerben, man
spricht von generischer Werbung.
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Nun ist aber nicht einzusehen,
warum man gerade sein sauer
verdientes Geld dafür ausgeben
soll, die Konkurrenten stark zu
machen. Insofern zeugen solche
Slogans von Unkenntnis der
Marketingmechanismen. Es gibt
nur eine Ausnahme, nämlich dann,
wenn es um die Bekanntmachung
eines völlig neuen Angebots
geht, wenn also die ganze
Angebotsgattung erst noch am
Markt etabliert werden muß. Da
dies bei Immobilien wohl eher
nicht der Fall ist, muß auf den
spezifischen Aufforderungswert
abgehoben werden. Dies meint
Auslobungen, die wettbewerblich
alleinstellend wirken. Dabei
kommt es nun auf die Präferenzen
der Nachfrager an, ob solche
Zusatzaufforderung positiv, also
kaufchancenverbessernd, oder
negativ, also
kaufchancenvermindernd, wirkt.
Nehmen Sie an, ein
Autohersteller lobt sein
Fahrzeug als kompakten
Zweisitzer mit kleinem
Kofferraum, aber Cabrio-Feeling
aus. Dann ist dies zweifellos
alleinstellend, doch gibt es
Nachfrager, die sich aufgrund
dieser Wahrnehmung eher vom
Angebotsobjekt entfernen, d.h.
der Zusatzaufforderungswert
wirkt negativ, nämlich z.B. für
Familienväter, die Platz für
vier Personen, Hund und Gepäck
suchen, aber dafür gerne ein
Dach über dem Kopf hätten. Für
diese ist die Wahrnehmung dann
abnehmend. Aber dafür gibt es
andere, die genau auf ein
solches Auto gewartet haben,
Singles etwa oder
Sonnenliebhaber.
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Spezialisierung abwägen
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Geradeso ist das bei Immobilien
auch. Wer sich auf Wohnobjekte
spezialisiert, die in der
Fußgängerzone liegen, wird heiße
Anhänger bei allen Interessenten
finden, die genau diese zentrale
Lage suchen, weil sie kurze Wege
zum Einkaufen, ins Kino oder in
die Disco suchen, aber sich von
allen anderen entfernen, die
damit Lärmbelästigung,
Parkplatznot und hohe
Nebenkosten assoziieren.
Letztlich kommt es dann darauf
an, ob der Teilmarkt, den man
anwählt, genügend Potential hat,
die eigenen Betriebsziele zu
finanzieren oder ob er so klein
ist, daß man zwar wenige heiße
Anhänger hat, mit denen man sich
aber geradewegs runiert. Das ist
im Rahmen der Positionierung
noch erheblich.
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Nun gibt es aber noch eine
zweite Möglichkeit, die darin
besteht, den (feldtheoretischen)
Standort des eigenen Angebots
unverändert zu belassen und
stattdessen anzustreben, den
Standort der Nachfrager in die
eigene Richtung zu verändern.
Wie geht dies nun? Dazu ist eine
sog. Präferenzumwertung
erforderlich. Dahinter verbirgt
sich der anspruchsvolle Versuch,
die Wertvorstellungen der
Interessenten hinsichtlich ihrer
Wunschimmobilie so zu
beeinflussen, daß diese mit dem
Leistungsprofil des
Objektsangebots, das man zu
machen hat, möglichst
vollständig übereinstimmt.
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Auch dafür gibt es zahlreiche
erfolgreiche Beispiele. Noch vor
15 Jahren konnten wir uns nicht
vorstellen, einen Teil unserer
Ernährung mit Fast food zu
bestreiten. Die Anbieter haben
uns jedoch gründlich überzeugt,
daß Hamburger zwar nicht
besonders nahrhaft, dafür aber
ausgesprochen zweckmäßig sind.
Diesen, von uns allen
selbstverständlich übernommenen
Verhaltensweisen, liegt nichts
anderes zugrunde als die besagte
Präferenzumwertung. Die Distanz
zwischen McDonalds und großen
Teilen der Nachfrager war
ursprünglich groß, nicht zuletzt
aufgrund von allgemeinen
Vorbehalten gegenüber allem
Neuen, aber durch entsprechende
Marketingaktivitäten hat sich
diese Distanz heute derartig
verringert, daß uns Fast food
emotional oft näher liegt als
klassische Bediengastronomie
oder Selberkochen.
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Nachfrage definieren
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Allerdings hat die Sache eine
erheblichen Haken. Es ist kaum
etwas so schwierig zu verändern,
wie das gewohnte Verhalten von
Leuten. Das ist jedoch wiederum
nicht so schlimm, wenn man auf
einem Teilmarkt tätig ist, der
per Definition kleiner und
überschaubarer bleibt, damit
auch weniger Aufwendungen
erfordert.
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Konkret bedeutet das, daß der
Anbieter von "Hollandhäusern"
eine Präferenzumwertung bei
Immobilieninteressenten derart
vornehmen muß, daß die
Kostenvorteile dieser Bauweise
höher gewichtet werden als die
Vorteile konventioneller
Bauweise. Der
Hollandhaus-Anbieter darf dabei
die Vorteile seines Systems
gegenüber konventioneller
Bauweise ausloben, sofern er
dabei nicht einzelne
Konkurrenzanbieter nennt und
seine Aussagen wahr und nicht
irreführend sind. Ein
namentliche Bezugnahme ist
hingegen nur unter ganz eng
begrenzten Voraussetzungen
erlaubt.
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Eine weitere Möglichkeit ist
auch die "Information der
Uninformierten". Denn wer weiß,
vielleicht gibt es ja in
unmittelbarer Nähe des eigenen
Angebots Nachfrager, die von
diesem tollen Angebot gar nichts
wissen. Dies ist ein in der
Immobilienbranche sehr häufiges
Manko, denn wenn man sein
Angebot nicht offensiv
kommuniziert, erfahren viel zu
wenige davon, und man bemüht
sich notgedrungen um relativ
weit entfernte Nachfrager, wo
doch die Erfolgschancen bei
näher liegenden viel größer
wären. Damit steigt der
Markterfolg unmittelbar mit dem
Bekanntheitsgrad eines Angebots.
Und der Bekanntheitsgrad ist in
einem segmentierten Teilmarkt
wiederum sehr viel leichter zu
steigern als in einem
unüberschaubaren Gesamtmarkt.
D.h. Segmentierung führt zur
Ausbildung von eigenen
Wettbewerbsvorteilen am Markt
durch präzise Profilierung und
damit zu mehr Erfolg im
Marketing.
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Leistung im Vordergrund
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Des weiteren wird mit sinkender
Distanz der Preis sekundär,
dafür tritt die Leistung dann in
den Vordergrund. Das hat für die
Maklerbranche die unmittelbare
positive Folge, daß
Provisionsansprüche und
qualifizierter Alleinauftrag
leichter durchsetzbar werden.
Wie kann es nun dazu kommen?
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Die Theorie ist hier der sog.
Preis-Leistungs-Quotient.
Darunter versteht man einen
hypothetischen Kennwert, der aus
der Relation von Preis im Zähler
eines Bruchs und Leistung in
dessen Nenner besteht. Unbewußt
beurteilen wir jedes Angebot
nach seinem
Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn
wir etwa sagen, ein Objekt sei
preiswert, dann meinen wir damit
eigentlich, daß es über ein
günstiges
PreisLeistungs-Verhältnis
verfügt. Dieses ist aber genau
dann gegeben, wenn das zu
leistende Preisopfer im
Vergleich zur dafür erworbenen
Leistung gering ist. Das Angebot
ist also geradezu umso
günstiger, je kleiner dieser
Quotient ist.
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Ziel muß es also sein, den
Quotienten möglichst klein
werden zu lassen. Am einfachsten
geht das durch Verschenken
unserer Immobilien, aber das ist
ein eher nicht empfehlenswerter
Weg. Und nun setzt wieder die
Marketingdenkweise ein, um bei
dem gegebenen Zusammenhang eine
möglichst hohe
Kaufwahrscheinlichkeit zu
erreichen. Dafür gibt es
offensichtlich zwei
Ansatzpunkte, den Zähler und den
Nenner. Der Zähler als
Ansatzpunkt bedeutet, daß man
bei einer gegebenen Leistung
eine möglichst niedrige
Preisforderung stellt. Dies ist
durchaus ein
erfolgversprechender Weg.
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Das Aldi-Phänomen läßt sich
geradewegs aufgrund dieser
Mechanik erklären. Es werden
ausreichend gute Produkte zu
Niedrigstpreisen angeboten, die
Ware ist also überaus preiswert
und wird demnach gegenüber
anderen präferiert. Allerdings
setzt dies eine konsequente
Kostensenkungspolitik voraus.
Und das Auskommen mit geringen
Margen.
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Nun ist das aber nicht
jedermanns Sache, gerade nicht
in der Immobilienbranche. Daher
bietet sich eher der andere
Ansatzpunkt an, die Leistung.
Denn bei gewünschtem Preis kann
der Preis-Leistungs-Quotient
auch dadurch günstiger gestaltet
werden, daß die Leistung
aufgewertet wird. Hier ist
wieder wichtig, sich zu
vergegenwärtigen, woraus die
Leistung denn letztlich besteht.
Im Marketing besteht sie nicht
aus dem "nackten" Produkt, dem
Immobilienobjekt, allein,
sondern aus einem Konglomerat
aus objektivem Produkt und
subjektiver Wahrnehmung dieses
Produkts.
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Die Produktkomponente
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Bei der reinen Produktkomponente
ist es sehr schwierig, noch
etwas Außergewöhnliches zu
bieten, denn die objektiven
Objektparameter sind weitgehend
austauschbar. Das eine Objekt
ist etwas besser gelegen, dafür
hat es einen
gewöhnungsbedürftigen Grundriß,
das andere Objekt hat eine
bessere Warmeisolierung, dafür
liegt die Terrasse nach Norden
etc. Man kennt die Beispiele aus
der Praxis zur Genüge. Daher ist
die Hoffnung, eine
Leistungsaufwertung aus dem
reinen Produkt heraus zu
bewerkstelligen, auf Ausnahmen
limitiert.
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Viel günstiger sind die
Voraussetzungen bei der
subjektiven Wahrnehmung dieses
Angebots. Hier können die
Schokoladenseiten des Objekts
betont und damit Präferenzen
aufgeballt werden, die die
Leistung seitens der Nachfrager
als höher bewerten und damit
eine höhere Preisforderung
durchsetzbar werden lassen, ohne
daß das
Preis-Leistungs-Verhältnis
subjektiv darunter leidet.
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Marktsegmentierung erlaubt also
über die Akzeptanz der Leistung
höhere Erlöse. Und dies gilt in
gleichem Maße auch für die
Provision. Denn die Provision
für ein Angebot mit günstigem
Preis-Leistungs-Verhältnis nimmt
man als Käufer gern hin, weil
sie Voraussetzung ist, um in den
Genuß dieses preiswerten
Angebots zu kommen. Fehlt es
jedoch an der Akzeptanz des
Angebots, tut jede Mark der
Provision doppelt weh.
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Erfolg durch aktives Marketing
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Die höheren Erlöse sind auch
deshalb notwendig, weil die
Marktsegmentierung eine
Komplizierung des
Marketing-Mix-Einsatzes
erfordert, vor allem aber ein
höheres Niveau der
Marketingaufwendungen. Es ist
klar, daß die Profilierung des
Angebots und die Ausbildung von
Präferenzen bei Nachfragern nur
erreichbar sind vor dem
Hintergrund aktiver
Marketingmaßnahmen. Eben deren
Einsatz aber ist mit
Geldaufwendungen verbunden.
Diese wiederum sind nur
finanzierbar, wenn es gelingt,
"gute" Preise am Markt
durchzusetzen. Und hier genau
beginnt das Dilemma, das viele
Anbieter aus dem Kreis der
wirklich Erfolgreichen
ausschließt. Denn, wer nicht
bereit ist, diese Investitionen
zu tätigen, der kommt auch nicht
in den Genuß der geschilderten
Vorzüge am Markt. Das führt aber
dazu, daß Erlöse und
Umschlaggeschwindigkeit der
Objekte leiden. Damit bleiben
dann geringere finanzielle
Mittel für die Vermarktung
übrig, die ihrerseits nicht mehr
vermögen, das Marktumfeld aktiv
zu beeinflussen. Also bleiben
die Präferenzen des Anbieters
bei seinen potentiellen Kunden
wenig ausgeprägt und führen zu
einer minderen Einschätzung des
Angebots. Dieses wiederum
verhindert eine bessere
Erlössituation, sodaß für
Marketing wieder kein Geld übrig
bleibt. Und so dreht sich die
Spirale nach unten weiter. Bis
man die Akiivitäten soweit
heruntergefahren hat, daß man
auch mit weniger Erlösen immer
noch über die Runden kommt und
am Marktrand mitschwimmt.
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Marketing heißt investieren
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Marketingmaßnahmen sind immer
Investitionen - und nicht
Kosten. Dies ist allen
Markenartiklern längst klar,
deshalb investieren sie
Multimillionen-Beträge in die
Vermarktung ihrer Produkte. Denn
sie wissen, daß diese
Investitionen sich vielfach
wieder auszahlen werden. Mehr
noch, daß nur diese
Investitionen den Bestand ihres
Betriebs in Zukunft sichern
können. Denn Marketing ist
Investition in zukünftige
Kunden, damit zukünftige Umsätze
und Gewinne. Gerade so wie Sie
Ihren Kunden den Kauf einer
Immobilie als "Investition in
die Zukunft" verkaufen, so sind
Marketingaufwendungen
Invesiitionen in die Zukunft
Ihres Betriebs.
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Dennoch spricht man
weitverbreitet von Werbekosten,
und Kosten soll man, wie wir
alle gelernt haben, minimieren.
Nur Kosten sind,
definitionsgemäß, Verzehr an
Werten, Investitionen sind
hingegen Schaffung von Werten.
Wenn man diesen Zusammenhang
verinnerlicht, dann wird man in
Zukunft Marketingaufwendungen
womöglich mit anderen Augen
betrachten.
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Leider fällt es vergleichsweise
marketingfernen Branchen, und
dazu zählt die
Immobilienwirtschaft nun einmal,
schwer, die Berechtigung solcher
Aufwendungen zu sehen. Im
Gegenteil, wenn gespart werden
muß, dann sind die
Marketingposten diejenigen, die
am ehesten von einer Streichung
gefährdet sind. Weil man dort
kurzfristig zu sparen können
glaubt, ohne daß man negative
Konsequenzen zu befürchten
braucht. Und man nimmt sich auch
vor, die eingesparten Beträge
später nachzuholen, nur daß es
dann immer wieder einen Grund
gibt, das doch nicht zu tun.
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Zielgruppengerecht denken
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Und dann besteht bei der
Marktsegmentierung noch eine
weitere Gefahr. Nämlich die, daß
das Potential des anvisierten
Teilmarkts zu gering ist. Dies
kann zwei Gründe haben. Erstens
mag es sein, daß sich die
gewünschten Nachfragergruppen
nicht unmittelbar angesprochen
fühlen. Dies ist in der
Immobilienbranche leider oft zu
vermuten.
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Der Grund liegt sicherlich vor
allem in einer Verklausulierung
der Werbung. Werbung aber kann
sich nicht in reiner
Tatsachendarstellung erschöpfen.
Das entspricht viel zu wenig der
Emotionalität des Menschen. Aber
man sollte schon klar sagen, was
man will. Und teilweise sind die
Werbeaussagen der Branche so "um
die Ecke gedacht", daß es großer
Anstrengungen bedarf, sie zu
entschlüsseln. Teilweise werden
die Aussagen wohl auch
absichtlich als Rätsel angelegt,
um zur Beschäftigung mit der
Werbung anzuregen. Das ist ein
fataler Fehlglaube. Man muß sich
nur fragen, wie man selbst mit
Werbung umgeht, die man nicht
auf Anhieb versteht. Statt sich
das Gehirn zu zermartern, was
der Absender uns wohl damit
sagen will, tun wir etwas viel
Einfacheres, wir gehen zur
Tagesordnung über. Und geradeso
passiert das auch mit Werbung,
die durch scheinbare
Widersprüche Stolpersteine
setzen will. Dieser weichen wir
elegant aus, indem wir sie
überblättern, wegzappen,
wegwerfen etc. D.h. wenn man
bestimmte Segmente am Markt
ansteuert, muß man diese Absicht
auch so formulieren, daß sie
diesen Zielpersonen klar wird.
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Dann gibt es aber auch noch den
zweiten Grund, daß man denkt,
besonders clever zu sein und
eine Marktnische gefunden zu
haben, die eine weitgehende
Alleinstellung zuläßt und der
Überbesetzung der Märkte
ausweicht. Tatsächlich kann es
sich dabei um einen Teilmarkt
handeln, der nur deshalb noch
unbesetzt ist, weil Nachfragern
dort kein Bedarf zu vermitteln
ist. Daher muß in jedem Fall
eine Potentialprüfung
vorgenommen werden, bevor man
sich für eine
Teilmarktbearbeitung
entscheidet. Es muß vermieden
werden, zu enge Marktsegmente
auszuwählen, deren Potential
nicht ausreicht, um davon einen
profitablen Geschäftsbetrieb zu
unterhalten. Solche Fehler
unterlaufen selbst den
Marketingprofis. Als Trost
bleibt jedoch, daß im Umkreis
einer attraktiven Profilierung
immer auch eigentlich nicht
gemeinte Nachfrager eingefangen
werden.
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Dennoch ist es sinnvoll, sich an
ein paar
Segmentierungsvoraussetzungen zu
halten. So müssen
nachvollziehbare Gemeinsamkeiten
im Angebot vorhanden sein, also
eine plausible
Segmentierungsidee, der eine
Hebelwirkung zukommt. Etwas
Sicherheit kann man sich in
diesem Fall durch kleine
Markttests verschaffen. Dann muß
der Ertrag aus der
Marktsegmentierung höher
eingeschätzt werden als der mit
der Bekanntmachung verbundene
Aufwand. Dies kann im Rahmen
einer Kosten-Nutzen-Rechnung im
Vorfeld erhärtet werden. Auch
muß die Durchsetzbarkeit der
Segmentierung am Markt gegeben
sein. Dazu sind nur intensive
Kommunikationsmaßnahmen in der
Lage.
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Natürlich müssen auch
Unterschiede im
Nachfragerverhalten
identifizierbar sein, da diese
ja die Basis für jede
Segmentierung darstellen. Auch
dies ist durch Marktforschung
absicherbar. Dann muß man sich
im Vorfeld Gedanken über die
Erreichbarkeit dieser Segmente
machen, dazu sind entsprechende
Daten oder Medien unerläßlich.
Vor allem macht es nur Sinn, auf
stabile Segmente zu setzen, da
ansonsten ein nicht akzeptabler
Zickzackkurs in der
betrieblichen Marktpolitik
eingeschlagen werden muß.
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Marktsegmentierungsbeispiele
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Erst wenn diese Voraussetzungen
gegeben sind, kann
sinnvollerweise geprüft werden,
welche Segmente sich denn
konkret für eine Bearbeitung
anbieten. Dazu bieten sich
zahlreiche Kriterien an. Im
folgenden sind einige
interessante genannt:
-Geschlecht, z.B. Wohnungen für
alleinstehende Frauen, -Alter,
z.B. Wohnungen für Senioren,
Teenager,
-Haushaltsgröße/Kinderzahl, z.B.
Wohnungen für kinderlose
Familien oder Kinderreiche,
-Einzugsgebiet, z.B. nur
stadtteilbezogene oder aber
internationale Mandanten,
-Wohnortgröße, z.B. nur in
Zentren, in Vororten, auf dem
Land, -Ausbildung, z.B. nur
junge Akademiker, -Einkommen,
z.B. nur Besserverdienende oder
Schlechterverdienende, -Beruf,
z.B. nur Handwerker
(Selbermachen) oder Freiberufler
(Büroraum), -Preisbereitschaft,
z.B. nur Exklusiv- oder
Billigkäufer, -Kaufzeitpunkt,
z.B. nur Jahresschlußkäufer,
-Objektart, z.B. nur
Wohnimmobilien- oder
Gewerbe-lmmobilien-Interessenten,
-Kaufvolumen, z.B. nur
Eigentumswohnungen,
Doppelhaushälften, Miethäuser,
-Nutzungsort, z.B. zur
Eigennutzung oder Vermietung.
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Die Zielpersonengruppe definiert
sich dann aus den vorgenannten
Kriterien. Der Geschäftserfolg
ist mutmaßlich umso höher, je
besser es gelingt, dabei Angebot
und Nachfrage zur
Deckungsgleichheit zu bringen.
Die Nachfrage ergibt sich aus
der Marktsegmentierung, das
Angebot aus der Positionierung.
Bei der Bestimmung ist immer
zuerst von der Nachfrage
auszugehen und dann das Angebot
dazu zu suchen, nicht umgekehrt!
Daher ist es interessant und
geradezu unerläßlich, sich über
die Nachfrager, ihre
Einstellungen und ihr Verhalten,
näher im klaren zu werden.
Darüber gibt es in der Tat eine
ganze Reihe von Erkenntnissen.
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Redaktion: Helmut Peters